RT44: Nachwuchs am Tisch gesucht

Berlin, 25.05.2015 – Rotarier, Soroptimisten oder Lions – in Berlin gibt es gleich mehrere sogenannte Service-Clubs, die sich mit verschiedenen Projekten für sozialen Belange im Umfeld einsetzen. Der Serviceclub ROUND TABLE ist jedoch besonders und er sucht Nachwuchs.

Berlin, 25.05.2015 – Rotarier, Soroptimisten oder Lions – in Berlin gibt es gleich mehrere sogenannte Service-Clubs, die sich mit verschiedenen Projekten für sozialen Belange im Umfeld einsetzen. Der Serviceclub ROUND TABLE ist jedoch besonders und er sucht Nachwuchs.

ROUND TABLE unterschiedet sich vor allem durch seine Altersbegrenzung von den anderen Clubs: Mit 40 Jahren scheiden die ausschließlich männlichen Mitglieder automatisch aus. „Auf diese Weise erhalten wir regelmäßig neue Impulse und erneuern uns regelmäßig. Angestaubte Strukturen gibt es bei uns nicht“, erklärt Björn Richerzhagen. Der 36-Jährige muss es wissen – schließlich ist er in diesem Jahr Präsident des Berliner Tisches, leitet die Tischabende, stimmt Projekte ab und ist nicht zuletzt dafür zuständig, die Stimmung am Tisch hochzuhalten. Der Austausch von privaten und beruflichen Erfahrungen ist ein wichtiger Aspekt beim ROUND TABLE und auch in Berlin wird deshalb die Vielfalt unter den Mitgliedern gepflegt. „Unsere aktuell 16 Tabler haben völlig unterschiedliche Hintergründe, wir haben Ingenieure, Informatiker, Kaufleute, Juristen aber auch Handwerker dabei“, erzählt Richerzhagen, der als selbständiger Unternehmensberater seinen Lebensunterhalt verdient. „Uns allen geht gut. Wir sind gesund, verzeichnen ein regelmäßiges Einkommen und haben das Glück zahlreiche Menschen Freunde nennen zu dürfen. Den Tablern ist bewusst, dass dies jedoch nicht für alle Menschen in unserer Region zutrifft. Wir wollen gerne etwas an die Gemeinschaft zurückgeben und engagieren uns daher für diejenigen, die sich selbst nicht helfen können.“ So unterschiedlich die verschiedenen Tabler auch sind – diese Einstellung teilen sie alle.

Die Erlöse aller Aktionen, die der Tisch organisiert, fließen in soziale Projekte. Im vergangenen Jahr etwa gingen die Gelder aus dem Glühweinverkauf während des Weihnachtsmarktes an die Suppenküche in Berlin Pankow oder die Erlöse des jährlichen Bügeleisen-Curling-Turniers gingen an ein HIV-Kinderbetreuungszentrum oder wurden verwendet, um unkompliziert und unbürokratisch verschiedene Einzelschicksale zu lindern. Solche großen Aktionen zu organisieren, kostet viel Zeit, „deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur etwas Soziales machen, sondern auch Spaß daran haben“, erklärt Björn Richerzhagen, der mit seiner Frau in Prenzlauer Berg lebt. „Ich zum Beispiel verkaufe gerne jedes Jahr in Rixdorf Glühwein und rede dabei mit den Besuchern oder bespreche die Aktivitäten für den nächsten Weihnachtspäckchenkonvoi mit meinen Tischfreunden bei einem Würstchen vom Grill. Die Mitglieder des Tisches gehören zu meinem engeren Freundeskreis.“

Auch das Pflegen von Freundschaften im In- und Ausland gehört zu den Zielen des ROUND TABLE. So haben die Berliner beispielsweise in diesem Jahr ihren Partnertisch in Peine in Niedersachsen besucht und tauschen sich regelmäßig mit anderen Tischen aus. „Unseren zahlreichen internationalen Besuchern von anderen Tischen zeigen wir gerne unsere Stadt und erleben dabei viel Inspiration durch Sichtweisen aus anderen Ländern.“

Die Altersgrenze bei ROUND TABLE bringt eine Schwierigkeit mit sich: Richerzhagen und seine Tabler sind ständig auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „Der Zu- und Wegzug aus Berlin, aber auch die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten der Stadt machen es für uns darüber hinaus zu einer Herausforderung eine konstante Tischgröße zu erhalten. Über Interessenten freuen wir uns daher immer.“

Wer Interesse hat, kann sich gerne bei Richerzhagen melden und einmal an einem der Tischabende teilnehmen. Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat Monat trifft sich der Tisch mit der Nummer 44 an unterschiedlichen Orten in Berlin. „Das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Eine Aufnahme als Tabler ist bis 36 möglich, damit man noch einige Jahre das Tabler-Leben genießen kann. Eine andere Voraussetzung ist, dass die Bewerber männlich sein müssen.“ Reich zu sein ist dagegen keine Voraussetzung, wie Richerzhagen betont: „Es heißt nicht umsonst: ,Keep round table cheap’ – wir kommen an die Gelder für unsere sozialen Projekte, indem wir Aktionen organisieren oder auch mal selber mit anpacken.“

Bildunterschrift: Björn Richerzhagen, eigentlich Unternehmensberater, führt derzeit die Aktivitäten des ROUND TABLE 44 BERLIN.